

Mülheim-Kärlich.
Eine Frage hörte man im Vorfeld der Projektwoche sehr häufig bei den Eltern: "Sind die Kinder nicht zu jung für dieses Thema"? Für Pfarrerin Marina Stahlecker-Burtscheidt ist die Antwort klar. "Nein. Es ist durchaus sinnvoll, wenn Kinder über den Tod nachdenken. Im Fernsehen werden sie leider allzu häufig mit dem Tod konfrontiert, aber dort lernt man nicht zu trauern", so die evangelische Geistliche, die in diesem Zusammenhang auch bedauerte, dass Kinder in jüngster Zeit häufig bewusst nicht mit zu Beerdigungen genommen werden. Gemeinsam mit vielen Eltern und Verwandten der Grundschüler besuchte die Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde Urmitz-Mülheim die Abschlusspräsentation der Projektwoche "Hospiz macht Schule".
Fünf Tage lang hatten sich die fünf teilnehmenden Gruppen mit jeweils einer Ansprechpartnerin den Themen Sterben, Tod, Trauer und Trösten gewidmet. Am Nachmittag des letzten Tages gaben sie den interessierten Zuhörern einen Einblick, was sie gefühlt und gelernt haben. "Zugegeben, das war ein schwerer Stoff, ein sehr tief greifendes Thema", so Konrektor Rolf Giesen, der gemeinsam mit der Schulleiterin Claudia Seidel die Kinder mit ihren Eltern in der Aula der Grundschule zur Abschlusspräsentation begrüßte.
Die Kinder selbst erläuterten, was sie in den vergangenen fünf Tagen alles erlebt hatten. Jeden Tag wurde ein anderes Thema behandelt. Im Einzelnen waren dies: "Werden und Vergehen", "Krankheit und Leid", "Sterben und Tod", "Traurigsein" sowie "Trost und Trösten". Die Kinder sahen gemeinsam mit sechs ehrenamtlichen Ansprechpartnerinnen Filme, die sie diskutierten, schrieben Briefe, sangen und malten. Selbstverständlich durften sie auch Fragen stellen, wovon reichlich Gebrauch gemacht wurde. So wurden die Fragen "Was ist ein Friedhof?" oder "Welche Aufgabe hat ein Bestatter?" beantwortet. Für den ein oder anderen Erwachsenen war der Film, der zum Abschluss der Projektwoche nochmals gezeigt wurde, etwas belastend. Dies lag auch sicher darin begründet, dass die meisten Menschen noch nie einen toten Menschen gesehen haben. Auch wird der Gedanke an den eigenen Tod häufig verdrängt. Im Rahmen der Projektwoche wurde den Kindern daher einfühlsam erläutert, dass der Tod ebenso wie die Geburt zum Leben eines Menschen gehört.
Im Rahmen der Projektwoche lernten die Kinder auch neue Lieder mit inhaltsreichen Texten, die sie mit großer Freude den Zuhörern präsentierten. Rolf Giesen zog zum Abschluss des Nachmittags, der mit Kaffee und Kuchen beendet wurde, ein wichtiges Fazit: "Es war eine sehr emotionale Projektwoche. Eines haben sowohl die Kinder, als auch wir Erwachsene gelernt: Damit man mit dem Tod besser umgehen kann, ist es gut, wenn man darüber spricht", so der Konrektor.
- GH -
Der Beitrag erschien bei "Blick Aktuell - Weißenthurm 46/2011
